DER GOLEM, WIE ER IN DIE WELT KAM

Deutschland, 1920, Fantasy/Horror

Paul Wegeners Film DER GOLEM, WIE ER IN DIE WELT KAM aus dem Jahr 1920 erzählt die Legende vom Prager Rabbi Löw, einem Astrologen und Geisterbeschwörer. Er liest in den Sternen, dass seiner Gemeinde Unheil durch den Kaiser droht, und modelliert deshalb zum Schutz vor einem Pogrom den mit übermenschlichen Kräften ausgestatteten riesenhaften Golem, den er durch ein magisches Zauberwort zum Leben erweckt.

Da die Originalmusik zu DER GOLEM, WIE ER IN DIE WELT KAM verschollen ist, liegen zwei Neukompositionen vor.
Mitte der 1990er-Jahre schuf der Komponist Karl-Ernst Sasse eine symphonische Musik zu dem Film, die der märchenhaften Welt des Stoffes musikalisch ebenso Ausdruck verleiht wie dem expressionistischen Regie-Konzept Paul Wegeners.
Die Neukomposition von Jens Jörg Troester nutzt virtuos die Möglichkeiten des spätromantisch besetzten Orchesters und nimmt Stilanleihen aus der Entstehungszeit des Films (Ravel, Respighi, Strawinsky). Die großen Tableaus der jüdischen Volkssage (mit einigen humorvollen und sogar skurrilen Elementen) finden ihre musikalische Entsprechung wie auch die spannende Handlung von Eifersucht, Intrige und Verrat.

Für die musikalische Dramaturgie entscheidend ist vor allem die Titelfigur. Kompromisslos nimmt der Komponist die Perspektive des Golem ein, spürt dem Schicksal eines Außenseiters nach – einem Geschöpf, das unverstanden in und an einer ihm fremden Welt zugrunde geht.

Kompositionen:

Jens Jörg Troester (Neukomposition, 2015)
großes Orchester (ab 46 Musiker)
Besetzung: 1/picc+1/alt/picc.1+1/ca.1+1/ebcl/bcl.1+1/cbsn – 3.2.3.0 – tmp.4perc – pno/cel/cemb – hp – str
Dauer: 87 min.

Karl-Ernst Sasse (Neukomposition, 1996)
kleines Orchester (16 – 45 Musiker)
Besetzung: 1+1/picc.2.2.2 – 4.3.3.1 – timp.3perc – hp – str
Dauer: 87 min.

Aufführung:
08.02.2015 Offenbach