TARTÜFF

Deutschland, 1925, Komödie

Molières Komödie über die Machenschaften des scheinheiligen Tartüff, der den gutgläubigen Orgon betrügt und in eine tiefe Sinn- und Glaubenskrise stürzt, eingebunden in eine Rahmengeschichte: ein alter Herr wird von seiner betrügerischen Haushälterin fast ums Leben und sein Vermögen gebracht. Doch sein gewiefter Enkel durchschaut deren Pläne und führt, verkleidet als Betreiber eines kleinen Wanderkinos, seinem Großvater Tartüff als Film vor. Der Schock der Erkenntnis stellt sich in dem Moment ein, als auch ein Giftfläschchen in der Handtasche der Haushälterin entdeckt wird.

Giuseppe Becce, Komponist der historischen Originalmusik, war es wichtig, die Technik des Leitmotivs aus der Oper auf den Film zu übertragen, erweitert durch Leit-Zitate bekannter Melodien und Anspielungen auf andere Musiken. Ganz eigen erscheint bei ihm auch der Anspruch, äußere und innere Haltungen durch eine stark gestische Musik auszudrücken und durch rezitativische Passagen eine kommentierende Handlungsebene einzuziehen. Viele Kritiker sahen nach der Premiere darin etwas bahnbrechend Neues. Die Rekonstruktion der Musik durch Detlev Glanert erfolgte auf Grundlage des Klavierauszugs, der im Deutschen Filminstitut erhalten ist und der von Detlev Glanert neu orchestriert wurde.

Kompositionen:

Giuseppe Becce (1925), Arr. nach der Originalmusik durch Pierre Oser
Ensemble (1 – 15 Musiker)
Besetzung: Klarinette, Cello, Klavier
Dauer: 74 min.
fps sync: 24

Giuseppe Becce (1926), Arr. nach der Originalmusik durch Rolf Unkel
großes Orchester (ab 46 Musiker)
Besetzung: 1/Pic.1/EHr.1/BassKl.1 – 0.2.1.0 – Schlzg.Klav/Cemb/Cel – Streicher (min: 6.4.3.2.2)
Dauer: 74 min.
fps sync: 24

Giuseppe Becce (1925), Instrumentiert, bearbeitet und ergänzt von Detlev Glanert (2015)
kleines Orchester (16 – 45 Musiker)
Besetzung: 1+1/pic.2.2.1+1/cbsn – 2.2.1.0 – timp.2perc – hp – str
Dauer: 69 min.